Das Erdbeben im Gefängnis


Philippi, eine Stadt in Griechenland vor fast 2.000 Jahren. Es ist Nacht. Die Einwohner schlafen und auch die Häftlinge im  Stadtgefängnis, ihre Aufseher und der  Gefängnisdirektor. Doch halt! Es schlafen nicht alle. Zwei Männer, die am Tag in eine der dunkelsten Zellen eingesperrt worden sind, sind noch wach: Paulus und Silas. Vor Schmerzen können sie nicht einschlafen. Denn bevor man sie eingesperrt hat, haben sie viele Schläge bekommen. Und damit sie nicht weglaufen können, stecken ihre Füße zwischen zwei schweren Balken. Sind sie denn so schwere Verbrecher?

Nein, sie haben nichts Böses getan, sondern die gute Nachricht von Jesus Christus in der Stadt erzählt: Jesus ist der Sohn Gottes und Gott hat die Menschen so lieb, dass er seinen Sohn Jesus in die Welt geschickt hat.

 

Paulus und Silas haben noch mehr erzählt: Dass der Herr Jesus nur Gutes tat und anderen   geholfen hat. Dass er den Leuten sagte:  „Ändert euer Leben! Ihr müsst zu Gott  umkehren!“ Das gefiel seinen Zuhörern  überhaupt nicht, denn sie taten viel Böses:  Sie logen und betrogen, sie stahlen und  taten den Armen Unrecht.

Weil der Herr Jesus die Wahrheit gesagt hatte, waren seine Zuhörer sehr böse auf ihn  geworden. Zuletzt hatten die Anführer der Juden dafür gesorgt, dass Jesus wie ein  Verbrecher an ein Holzkreuz genagelt wurde. Dort war er gestorben. War das nicht schrecklich? Ja, das war es.

Dann erklärten Paulus und Silas die gute  Nachricht: Der Herr Jesus starb deshalb am Kreuz, damit jeder, der an ihn glaubt, Vergebung seiner Sünden bekommen kann!

Immer noch ist es Nacht über Philippi. Immer noch ist es dunkel im Gefängnis und noch finsterer in den Zellen. Immer noch haben Paulus und Silas schlimme Schmerzen. Aber sie sind doch froh im Herzen – froh, weil der Herr Jesus für ihre Sünden am Kreuz gestorben ist. Sie wissen: Er ist unser Retter. Um Mitternacht beten sie zu Gott. Und Gott schenkt ihnen so eine Freude, dass sie anfangen zu singen. Ihre Lieder dringen durch das dunkle und stille Gefängnis bis in die letzte Zelle. Gespannt hören alle Gefangenen zu.

Plötzlich erzittert das Gebäude! Was ist das? Ein Erdbeben! Die Wände wackeln. Die Türen springen auf. Der Direktor wird aus dem Schlaf gerissen. Als er sieht, was geschehen ist, will  er sich umbringen – aus Angst, dass alle Häftlinge weggelaufen sind. Da hört er eine laute Stimme rufen: „Tu dir nichts an! Wir sind alle noch hier!“ – Es ist Paulus, der das ruft. Rasch lässt der Direktor eine Fackel anzünden und läuft durch die finsteren Gänge zu Paulus und Silas. Zitternd fällt er vor ihnen auf die Knie.  „Ihr Herren“, fragt er verzweifelt, „was muss  ich tun, um gerettet zu werden?“  

„Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden“, sagen Paulus und Silas.  Da bittet der Gefängnisdirektor Gott um Vergebung und glaubt daran, dass der Herr Jesus für seine Sünden am Kreuz bezahlt hat. Und auch seine Familie glaubt an den Herrn Jesus. Der Direktor nimmt Paulus und Silas in sein  Haus auf. Liebevoll versorgt er ihre ausgepeitschten Rücken. Dann lässt er sich taufen  und zeigt damit, dass er von nun an mit dem Herrn Jesus und für ihn leben möchte. Was ist  das für eine Freude!

Diese spannende Bibelgeschichte kannst du nachlesen in der Apostelgeschichte (Kapitel 16, Verse 22 bis 34)