Leonies Erlebnis Teil 01


Die Schneeflocken rieselten an meinem Fenster vorbei. Ich erinnerte mich daran, wie ich vor einem Jahr schon einmal genauso am Fenster stand. Es war Anfang Dezember letzten Jahres:

Ich war dabei, meine Mathehausaufgaben zu machen. Doch ich war nicht richtig bei der Sache. Darum stellte ich mich ans Fenster und sah hinaus in die Winterlandschaft. Im Garten meiner Nachbarin war schon eine dicke Eisschicht auf dem Teich. Mir schoss ein Gedanke durch den Kopf „Auf dem Tannenweiher direkt neben unserem Dorf müsste man eigentlich schon Schlittschuh fahren können“ Ein leichtes Lächeln war auf meinem Gesicht zu sehen, als ich an die ungeschickten Schlittschuhlauf-Versuche von Samuel­­­­ im vorigen Jahr dachte. „Dieser Tollpatsch brauchte für seine jämmerlichen Versuche fast immer die ganze Eisfläche und das, obwohl er es wahrscheinlich nie lernen wird.“

Hastig warf ich meinen Füller zurück ins Mäppchen. An Mathehausaufgaben war jetzt nicht zu denken. Ich wollte auf dem Eis sein, bevor Samuel da war und die ganze Eisfläche für sich brauchte.

Deshalb nahm ich schnell meine teuren Schlittschuhe aus dem Schrank und zog mir meine Winterjacke über. Als ich gerade zur Tür raus gehen wollte, rief meine Mutter aus der Küche: „Leonie hast du deine Hausaufgaben gemacht?“ Ich antwortete mit einem zögerlichen „Ja“ (Hmm.) und  knallte die Haustür hinter mir zu. Dieses Mal wollte ich schneller da sein, als dieser ungeschickte Anfänger. Der Weg zum Weiher war nicht weit, trotzdem beeilte ich mich ziemlich. Schon in der Nähe des Weihers hörte ich lachen und das Kratzen der Kufen auf dem Eis. Ich war fast da, als ich einen dumpfen Aufprall auf dem Eis hörte. Hatte sich dieser Trottel doch getraut zum Weiher zu kommen? Ich ging an den letzten Bäumen vorbei die mir noch die Sicht auf die Eislaufbahn versperrten. Dann erblickte ich die Eisfläche.

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